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Vergeſſen der Beleidigungen, Vergeben der Kränkungen.
„Ich befürchte ſehr, dieſe Maxime hat wenig Ein⸗ fluß auf unſere Feinde,“ ſprach die Prinzeſſin,„doch ſie muß uns darum nicht minder theuer ſein.“
Kaum hatte ſie dieſe Worte vollendet, als ein Schuß im Hofe erſcholl.
Die Frauen ſtießen einen Schrei aus.
„Das iſt der erſte Schuß,“ ſagte Madame Eliſa⸗ beth;„ach! es wird nicht der letzte ſein.“
Man hatte der Königin die Ankunft von Pötion in den Tuilerien gemeldet; man vernehme, unter wel⸗ chen Unſtänden der Maire von Paris hier erſchienen war.
Er war um halb elf Uhr eingetroffen.
Diesmal hatte man ihn nicht antichambriren laſſen; man hatte ihm im Gegentheil geſagt, der König erwarte ihn; nur mußte er, um bis zum König zu gelangen, zuerſt die Reihen der Schweizer durchſchreiten, ſodann die der Nationalgarde, und endlich die der Edelleute, welche man die Ritter vom Dolche nannte.
Nichtsdeſtoweniger, da man wußte, daß der Kö⸗ nig Pétion hatte holen laſſen, da er im Ganzen genom⸗ men im Stadthauſe, in ſeinem Palaſte, bleiben und ſich nicht in die Löwengrube, die man die Tuilerien nannte, ſtürzen konnte, kam er mit den Namen Ver⸗ räther und Indas davon, die man ihm ins Geſicht ſpuckte, während er die Treppen hinaufſtieg.
Ludwig XVI. erwartete Pötion in demſelben Zim⸗ mer, wo er am 21. Juni ſo hart mit ihm umgegan⸗ gen war.
Pétion erkannte die Thüre und lächelte.
Das Glück gewährte ihm eine furchtbare Genug⸗ uung.
Bei der Thüre hielt Mandat, der Commandant der Nationalgarde, den Maire an.


