Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 27.-33. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Meine Anſicht, Madame, iſt, daß Sie, der König, Sie, die erhabenen Kinder Eurer Majeſtät, ſich in die Mitte von uns Allen ſtellen.

Die Königin machte eine Bewegung.

Eure Majeſtät hat einen Widerwillen gegen La⸗ fayette: gut! Doch ſie hat Vertrauen zum Herrn Her⸗ zog von Liancourt; er iſt in Rouen, Madame, er hat das Haus eines engliſchen Edelmanns, Namens Herr Canning, gemiethet; der Commandant der Provinz hat ſeine Truppen dem König Treue ſchwören laſſen; das Schweizerregiment Salis⸗Samade, auf das man zählen kann, iſt auf der Straße echelonnirt. Alles iſt noch ruhig: gehen wir über den Pont⸗Tournant ab, errei⸗ chen wir die Barrisre de l'Etvile; dreihundert Mann Reiterei von der conſtitutionellen Garde erwarten uns dort; man wird leicht in Verſailles fünfzehnhundert Edelleute verſammeln. Mit viertauſend Mann ſtehe ich dafür, daß ich Sie führe, wohin Sie wollen.

Ich danke, Herr von Charny, ſprach die Köni⸗ gin;ich ſchätze die Ergebenheit, welche Sie bewogen hat, die Perſonen zu verlaſſen, die Ihnen theuer ſind, um Ihre Dienſte einer Fremden anzubieten...

Die Königin iſt ungerecht gegen mich, unterbrach Charny;die Exiſtenz meiner Souveraine wird immer in meinen Augen die koſtbarſte von allen Exiſtenzen ſein, wie mir die Pflicht immer die theuerſte von allen Tugenden ſein wird.

Die Pflicht, ja, mein Herr, verſetzte die Köni⸗ gin;doch ich, da Jeder darauf bedacht iſt, die ſeine zu thun, ich glaube die meine auch zu begreifen: die meine iſt, das edle und große Königthum zu behaupten und darüber zu wachen, wenn man es ſchlägt, daß es ſtehend geſchlagen werde und würdig falle, wie jene

Gladiatoren des Alterthums, welche mit Anſtand zu

ſterben ſich bemühten. Das iſt das letzte Wort Eurer Majeſtät?

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