ſprochen, obſchon ihre Meinung der ihrer Verwandten entgegengeſetzt: das war. an dem Tage, wo ſie er⸗ klärt hatte, ſie wolle Danton heirathen.
Wie Lucile in Camille Desmoulins, ſo hatte ſie hinter dieſem finſtern Geſichte, in dieſem unbekannten Manne, ohne Ruf und ohne Vermögen, den Gott er⸗ kannt, der ſie, wie es Jupiter bei Semele that, ver⸗ zehren ſollte, indem er ſich ihr enthüllte.
Man fühlte, daß es ein erſchreckliches Glück voller Stürme war, das Glück, an das ſich die Arme an⸗ ſchloß; vielleicht lag aber in ihrem Entſchluſſe ebenſo viel Pietät, als Liebe für dieſen Engel der Finſterniß und des Lichtes, der die traurige Ehre haben ſollte, das Jahr 1792 zuſammenzufaſſen, wie Mirabeau 1791, wie Robespierre 1793 zuſammenfaſſen.
Als Camille und Lucile zu Danton kamen,— die zwei Haushaltungen wohnten Thüre an Thüre: Lucile und Camille, wie geſagt, in der Rue de[Ancienne⸗ Comédie; Danton in der Rue du Paon⸗Saint⸗André,— weinte Madame Danton, und Danton ſuchte ſie mit einer entſchloſſenen Miene zu tröſten.
Die Frau ging auf die Fran, der Mann ging auf den Mann zu.
Die Frauen küßten ſich, die Männer drückten ſich die Hand.
„Glaubſt Du, daß es etwas geben wird?“ fragte Camille.*
„Ich hoffe es,“ erwiederte Danton.„Santerre iſt jedoch lau. Glücklicher Weiſe iſt meiner Anſicht nach die Sache von morgen keine Sache des perſönlichen In⸗ tereſſes, eines individuellen Anführers: die Aufregung durch ein langes Elend, die öffentliche Entrüſtung, das Gefühl des Herannahens des fremden Feindes, die Ueberzeugung, daß Frankreich verrathen iſt, das iſt es, worauf man zählen muß. Siebenundvierzig Sectionen von achtundvierzig haben die Entſetzung des Königs


