Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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wiederte bitter die Königin;Herr von Charny iſt es, der ſich entfernt hat. Werden die Könige unglücklich, ſo gibt es keine Bande mehr, welche ſtark genug, um ihre Freunde bei ihnen zurückzuhalten!

Gilbert ſchaute die Königin an und ſchüttelte ſanft den Kopf.

Verleumden Sie Herrn von Charny nicht, Ma⸗ dame, oder das Blut ſeiner Brüder wird aus der Tiefe des Grabes ſchreien, Marie Antoinette ſei eine Un⸗ dankbare.

Mein Herr! rief Marie Antvinette. Oh! Sie wiſſen wohl, daß ich die Wahrheit ſpreche, Madame, verſetzte Gilbert;Sie wiſſen wohl, daß eines Tags, wenn Sie eine wirkliche Gefahr be⸗ droht, Herr von Charny an ſeinem Poſten ſein, und daß dieſer Poſten der der Gefahr ſein wird.

Die Königin neigte das Haupt:

Gleichviel, ſagte ſie ungeduldig,ich denke, Sie ſind nicht gekommen, um von Herrn von Charny mit mir zu reden?

Nein, Madame, aber die Ideen ſind zuweilen wie die Ereigniſſe, ſie verketten ſich durch unſichtbare Fäden, und es werden oft plötzlich ſolche an den Tag gezogen, welche in der Dunkelheit des Herzens verborgen bleiben müßten... Nein, ich kam, um zur Königin zu ſpre⸗ chen; verzeihen Sie, wenn ich, ohne es zu wollen, zur Frau geſprochen habe, doch ich bin nun bereit, meinen Fehler wieder gut zu machen.

Und was wollten Sie der Königin ſagen, mein Herr?

Ich wollte ihr ihre Lage, die von Frankreich, die von Europa vor die Angen ſtellen, ich wollte ihr ſagen: Sie ſpielen um das Glück oder das Unglück der Welt in gebundener Partie; Sie haben die erſte Partie am 6. Oetober verloren; Sie haben ſo eben, wenigſtens in den Augen Ihrer Höflinge, die zweite gewonnen. Mor⸗