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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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von Condé, die Emigrirten. Auf den Knieen flehte ich den König an, ſeine Verbindung mit ihnen abzubre⸗ chen und offen die Conſtitution anzunehmen, mit dem Porbehalte, die Artikel zu revidiren, deren Ausübung zur Erkenntniß der Unmöglichkeit ihrer Anwendung füh⸗ ren würde. Ueberzeugt, ich glaubte es wenigſtens, hatte der König die Güte, mir zu verſprechen, es ſei vorbei zwiſchen ihm und der Emigration, und hinter mir, Madame, hat der König unterzeichnet und Sie unterzeichnen laſſen einen Vrief für ſeinen Bruder, für Monſieur, in welchem er ihn beim Kaiſer von Oeſterreich und beim König von Preußen bevollmächtigt...

Die Königin erröthete wie ein Kind, das auf einem Fehler ertappt worden iſt; doch ein auf einem Fehler ertapptes Kind bengt ſich: ſie empörte ſich im Gegentheil.

Unſere Feinde haben alſo Spione bis im Cabi⸗ net des Königs?

Ja, Madame, erwiederte Gilbert ruhig,und das iſt es, was jeden falſchen Schritt auf Seiten des Kö⸗ nigs ſo gefährlich macht.

Aber, mein Herr, der Brief war ganz von der Hand des Königs geſchrieben; er iſt, ſobald ich ihn un⸗ terzeichnet hatte, vom König zuſammengelegt, geſiegelt und dem Conrier, der ihn überbringen ſollte, eingehän⸗ digt worden.

Das iſt wahr, Madame.

Man hat alſo den Courier angehalten?

Der Brief iſt geleſen worden.

Wir ſind alſo nur von Verräthern umgeben?

Es ſind nicht alle Menſchen ein Graf von Charny.

Was wollen Sie damit ſagen?

Ach! Madame, damit will ich ſagen: eines der unſeligen Vorzeichen, welche den Untergang der Könige prophezeien, iſt, wenn ſie von ſich Menſchen entfernen, die ſie mit eiſernen Banden an ihr Glück feſſeln müßten.

Ich habe Herrn von Charny nie entfernt, er⸗

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