Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 21.-26. Bändchen (1855) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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gen werden Sie die entſcheidende Partie eingehen; ver⸗ lieren Sie, ſo geht es um den Thron, um die Freiheit, vielleicht um das Leben!

Mein Herr, ſagte die Königin, indem ſie ſich lebhaft hoch aufrichtete,glauben Sie, wir werden vor

einer ſolchen Furcht zurückweichen?.

Ich weiß, daß der König muthig iſt: er iſt der Enkelſohn von Heinrich IV.; ich weiß, daß die Königin heldenmüthig iſt: ſie iſt die Tochter von Maria Thereſia; ich werde es alſo ihnen gegenüber nie mit etwas Anderem, als der Ueberzeugung verſuchen; leider bezweifle ich, daß es mir je gelingt, in das Herz des Königs und der Königin die Ueberzeugung, die in dem meinen iſt, über⸗ gehen zu machen.

Warum nehmen Sie ſich dann eine ſolche Mühe mein Herr, wenn Sie dieſelbe für unuütz halten?

Um eine Pflicht zu erfüllen, Madame. Glauben Sie mir, es iſt, wenn man in ſtürmiſchen Zeiten, wie in den unſeren, lebt, ſüß, ſich bei jeder Anſtrengung, die man macht, und ſollte dieſe Anſtrengung auch fruchtlos ſein, zu ſagen:Es iſt eine Pflicht, die ich erfülle!

Die Königin ſchaute Gilbert ins Geſicht.

Vor Allem, mein Herr, ſprach ſie,denken Sie, es ſei noch möglich, den König zu retten?

Ich glaube es.

Und das Königthum?

Ich hoffe es.

Nun wohl! mein Herr, ſagte die Königin mit einem tief traurigen Seufzer,Sie ſind glücklicher als ich; ich glaube, daß der Eine und das Andere verloren ſind, und ich, meines Theils, ſträube mich nur zur Befreiung meines Gewiſſens.

Ja, Madame, ich begreife das, weil Sie das deſpotiſche Königthum und den abſoluten König wollen; wie ein Geiziger, der ſelbſt im Angeſichte einer Küſte, welche bereit iſt, ihm mehr wiederzugeben, als er beim