Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 17.-20. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Dann wandte ſich dieſer an die Königin und ſprach zu ihr:

Madame, in einer Stunde wird Eure Majeſtät frei ſein oder ich bin todt.

Oh! Graf, Graf, erwiederte die Königin, ſprechen Sie dieſes Wort nicht aus, es thut zu wehe.

Olivier verbengte ſich nur zur Beſtätigung ſeines Verſprechens, und ohne ſich um einen neuen Lärmen, der auf der Straße hörbar wurde, um neue Geräuſche, die in das Haus einzudringen ſchienen, zu bekümmern, ging

er gerade auf die Thüre zu.

Doch in dem Moment, wo er die Hand an den Schlüſſel legte, öffnete ſich die Thüre und gewährte einer neuen Perſon Einlaß, die ſich in die ſchon ſo ver⸗ wickelte Intrigue dieſes Drama mengen ſollte.

Es war ein Mann von vierzig bis zwei und vier⸗ zig Jahren, mit finſterem, ſtrengem Geſichte; ſein weit zurückgeworfener Kragen, ſein offener Rock, ſeine durch die Strapaze gerötheten Augen, ſeine beſtaubten Kleider deuteten an, daß auch er, von einer heftigen Leiden⸗ ſhtf angetrieben, einen gewaltigen Lauf gemacht hatte.

Er trug ein Paar Piſtolen in ſeinem Gürtel und ein Säbel hing an ſeiner Seite.

Keuchend, beinahe ohne Stimme in dem Augenblick, wo er die Thüre öffnete, ſchien er erſt bernhigt, als er

den König und die Königin erkannte; ein Lächeln be⸗

friedigter Rache zog über ſein Geſicht, und ohne ſich um die Rebenperſonen zu bekümmern, welche die Tiefe des Zimmers einnahmen, ſtreckte er von der Thüre, die er beinahe ganz mit ſeiner mächtigen Geſtalt ſchloß, die Hand aus und ſprach:

Im Namen der Nationalverſammlung, Sie ſind Alle meine Gefangenen.

Mit einer Bewegung ſo raſch als der Gedanke,

ſprang Herr von Chviſeul, eine Piſtole in der Hand,