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Wäre Ludwig KVI. königlich oder militäriſch ge⸗ kleidet geweſen, hätte er ein Scepter oder ein Schwert in der Hand gehalten, hätte er mit der ſtarken, Ehrfurcht gebietenden Stimme geſprochen, die zu jener Zeit dem Volke noch die Stimme Gottes oder ſeines vom Him⸗ mel herabſteigenden Abgeſandten zu ſein ſchien, vielleicht würde er auf dieſe Menge den Einfluß erlangt haben, den er zu erlangen hoffte.
Doch der König, bei Tagesanbruch, beim unbeſtimm⸗ ten Scheine der farbloſen Dämmerung, welche ſelbſt die Schönheit häßlich macht, der König als Bedienter ge⸗ kleidet, mit ſeinem grauen Rocke, ohne Puder, die von uns erwähute gemeine kleine Perücke auf dem Kopfe; der König bleich, fettig, mit ſeinem dreitägigen Barte, ſeinen dicken Lippen, ſeinem trüben, keinen Gedanken, weder den der Tyrannei, noch der väterlichen Geſinnung, ausdrückenden Auge, der König, der abwechſelnd die zwei Worte ſtammelte:„Meine Kinder! meine Herren!“ ah! das war nicht das, was auf dieſem Balcon die Freunde des Königthums und ſogar ſeine Feinde er⸗ warteten!
Und dennoch rief Herr von Choiſenl:„Es lebe der König!“ Iſidor rief:„Es lebe der König!“ und ſo groß war noch das Blendwerk des Königthums, daß, trotz dieſes Anblicks, der ſo ſchlecht der Wee entſprach, die man ſich vom Oberhaupte eines großen Reiches ge⸗ macht hatte, einige Stimmen in der Menge wiederhol⸗ ten:„Es lebe der König!“
Doch ein Ruf antwortete, aus dem Munde des Chef der Nationalgarde, der ganz anders wiederholt wurde und ein viel mächtigeres Echo hatte; das war der Ruf: „Es lebe die Nation!“
Dieſer Ruf zu dieſer Stunde war eine Rebellion, und der König und die Königin konnten ſehen, daß ein Theil der Huſaren mitgeſchrieen hatte.


