Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 11.-16. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

368

ich habe, nicht weiß, was aus mir geworden iſt, und daß dieſe arme Frau von der Aage, welche mich geſtern erwartete, um ſie zu friſiren, noch zu dieſer Stunde auf mich wartet! Oh! mein Gott! was für eine Geſchichte iſt dies! rief Leonard.

Und er ging mit großen Schritten im Saale auf und ab und hob ſeine Arme voll Verzweiflung zum Himmel empor.

Herr von Bouillé fing an zu begreifen.

Ah! Sie ſind Herr Leonard, ſagte er.

Gewiß bin ich Leonard, verſetzte der Rei⸗ ſende, nach Art der großen Männer den Titel abſchnei⸗ dend, den ihm der Chevalier von Bouillé gegeben hatte, und da Sie mich nun kennen, ſo werden Sie mir Ihre Pferde überlaſſen, nicht wahr?

Herr Leonard, erwiederte der Chevalier, der be⸗ harrlich den erhabenen Friſeur in die gewöhnliche Claſſe der Sterbenden zurückverſetzte,die Pferde, die ich hier habe, gehören dem König, und Niemand, als der König, wird ſich derſelben bedienen.

Aber wenn ich Ihnen ſage, mein Herr, es ſei nicht wahrſcheinlich, daß der König hier durchkomme..

Allerdings, Herr Leonard; doch der König kann durchkommen, und käme er durch, ohne ſeine Pferde zu finden, und ich ſagte ihm, ich habe ſie Ihnen gegeben, ſo würde er mir vielleicht antworten, ich bezahle ihn mit

einem ziemlich ſchlechten Grunde.

Wie, ein ſchlechter Grund! verſetzte Leonard. Sie glauben, in einer extremen Lage, wie die iſt, in welcher wir uns befinden, würde mich der König tadeln, daß ich ſeine Pferde genommen S

Der Chevalier konnte ſich eines Lächelns nicht er⸗

wehren. Ich behaupte nicht, erwiederte er,der König würde Sie tadeln, daß Sie ſeine Pferde genommen

c c 8 H cSc c