Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 11.-16. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

len

en,

ne,

2 en

1.

en

29

LIV.

Der Sturm iſt vorübergegangen.

Es iſt mit den menſchlichen Stürmen, wie mit den himmliſchen Orkanen: der Himmel bedeckt ſich, der Blitz leuchtet, der Donner rollt, die Erde ſcheint auf ihrer Achſe zu wanken: es gibt einen furchtbaren Au⸗ genblick des Paroxysmus, wo man an die Vernichtung der Dinge und der Menſchen glaubt, wo Jeder zittert, bebt, und die Hände zum Himmel als zur alleinigen Güte, als zur alleinigen Barmherzigkeit erhebt. Dann bildet ſich allmälig die Ruhe, die Nacht verſchwindet, der Tag kommt wieder, die Sonne wird neugeboren, die Blumen öffnen ſich wieder, die Bäume richten ſich wieder auf, die Menſchen gehen an ihre Geſchäfte, über⸗ laſſen ſich wieder ihren Vergnügungen, ihrer Liebe; das Leben lacht und fingt am Rande der Wege und auf der Schwelle der Thüren, und man bekümmert ſich nicht um die theilweiſe Verwüſtung, die da, wo das Gewitter niedergefallen, entſtanden iſt.

Eben ſo war es beim Pachthofe: die ganze Nacht tobte ohne Zweifel ein furchtbarer Sturm im Herzen des Mannes, der ſeinen Racheplan beſchloſſen und zur Ausſührung gebracht hatte. Als er die Flucht ſeiner Tochter wahrnahm, als er vergebens in der Dun⸗ kelheit die Spur ihrer Tritte ſuchte, als er ſie zuerſt mit der Stimme des Zorns, dann mit der des Flehens, dann mit der der Verzweiflung rief, und ſie auf keine von dieſen Stimmen antwortete, brach gewiß etwas vom Leben dieſer mächtigen Organiſation; als aber auf dieſen Sturm von Schreien und Drohungen, der ſeinen