Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 11.-16. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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comte von Charny ſei der Geliebte ſeiner Tochter, und da er am Ende dieſer Verbindung nur die Schande ſah, weil der Herr Vicomte von Charny Catherine nicht hei⸗ rathen würde, ſo hatte er beſchloſſen, dieſer Schande auf eine blutige Weiſe vorzubengen.

Hievon rührten alle dieſe von uns erzählten Um⸗ ſtände her, welche, unbedeutend in nicht unterrichteten Blicken, ein furchtbares Gewicht in den Augen von Ca⸗

therine und, nach der von dieſer gegebenen Erklärung, auch in den Augen von Piton angenommen hatten.

Man hat geſehen, daß Catherine, während ſie das Vorhaben ihres Vaters errathen, ſich demſelben nur da⸗ durch, daß ſie Iſidor unterrichten wollte, zu widerſetzen verſucht hatte, ein Schritt, bei welchem ſie glücklicher Weiſe durch Piton zurückgehalten worden war, da ſie ſtatt Iſidor ihren Vater auf dem Wege getroffen ha⸗ ben würde.

Sie kannte zu genau den furchtbaren Charakter des Pächters, um etwas mit Hülfe von Bitten zu verſuchen; dadurch wäre nur der Sturm beſchlennigt, nur der Blißz herausgefordert, ſtatt abgelenkt worden.

Einen Zuſammenſtoß ihres Geliebten mit ihrem

Vater verhindern, das war Alles, wonach ſie trachtete.

Oh! wie glühend wünſchte ſie in dieſem Augenblick, dieſe Abweſenheit, über der ſie zu ſterben geglaubt, hätte ſich verlängert! Wie würde ſie die Stimme geſegnet haben, welche zu ihr geſagt hätte:Er iſt abgereiſt, hätte dieſe Stimme beigefügt:Für immer!

Piton hatte Alles dies ſo gut begriffen, als Cathe⸗ rine, darum hatte er ſich dem Mädchen als Vermittler angeboten; mochte der Vicomte zu Fuß, mochte er zu Pferde kommen, er hoffte ihn zu rechter Zeit zu ſehen oder zu hören, ihm entgegen zu eilen, ihn von der Lage der Dinge mit zwei Worten zu unterrichten und ihn zu be⸗ ſtimmen, zu fliehen, mit dem Verſprechen, demſelben am andern Tage Nachricht von Catherine zu bringen.