Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

249

Fand ſich ein Brief, ſo legte er ihn dagegen gewiſſen⸗ haft in den hohlen Baum und kam vft noch trauriger zurück, als an den Tagen, wo ſich keiner fand, denn er meinte, Catherine denke an ihn nur durch einen Rück⸗ ſchlag, und weil der ſchöne Edelmann, den die Erklärung der Menſchenrechte wohl ſeines Titels, aber nicht ſeiner Eleganz und ſeiner Anmuth hatte berauben können, der Leitfaden war, durch welchen er das beinahe ſchmerzliche Gefühl der Erinnerung empfing.

Pitou war indeſſen, wie ſich leicht begreifen läßt, kein rein paſſiver Bote, und wenn auch ſtumm, war er doch nicht blind. In Folge ſeines Verhörs über Turin und Sardinien, das ihm das Ziel der Reiſe von Iſidor geoffenbart, hatte er am Stempel der Briefe erkannt, der junge Evelmann ſei in der Hauptſtadt von Piemont. Dann, an einem ſchoͤnen Tage, hatte der Stempel das Wort Lyon ſtatt des Wortes Turin angegeben, und zwei Tage nachher, d. h. am 25. December, war ein Brief mit dem Worte Paris ſtatt des Wortes Lyon angekommen.

Ohne daß er ſeinen Scharffinn ſehr anzuſtrengen brauchte, begriff nun Piton, der Vicomte Iſidor von Charny habe Italien verlaſſen und ſei nach Frankreich zurückgekehrt.

Befand er ſich einmal in Paris, ſo würde er of⸗ fenbar nicht zögern, Paris zu verlaſſen, um nach Bour⸗ ſonnes zu reiſen.

Das Herz von Piton ſchnürte ſich zuſammen; wohl war er zu einer äufopfernden Ergebenheit entſchloſſen, darum blieb aber ſein Gemüth doch nicht unempfindlich für die verſchiedenen Bewegungen, die einen Angriff auf daſſelbe machten.

An dem Tage, wo der von Paris datirte Brief ankam, beſchloß Piton auch, um ſich einen Vorwand zu geben, ſeine Schlingen auf der Hut der Wolfsheide zu