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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Frankreich eine große Familie; von dieſer Stunde an waren der Haß der Religionen verſchwunden, die Vor⸗ urtheile der Probinzen vernichtet; von dieſer Stunde an prang das, was für die Welt an das Licht durchdrang, auch für Frankreich durch; die Geographie war getödtet; keine Berge, keine Flüſſe, keine Hinderniſſe mehr zwi⸗ ſchen den Menſchen; eine Sprache, ein Vaterland, ein

Herz!

Und auf dieſe Melodie, mit welcher einſt die Fami⸗ lie Heintich IV. empfangen hatte, und mit der heute ein Volk die Freiheit begrüßte, begann eine ungeheure Fa⸗ randole,*) die, auf der Stelle ſich wie eine endloſe Kette entwickelnd, ihre lebendigen Ringe vom Mittel⸗ punkte des Platzes bis zum Ende der Straßen rollte, welche nach demſelben ausmündeten.

Dann ſtellte man Tiſche vor den Thüren auf. Arm oder reich, Jeder brachte ſeine Schüſſel, ſeine Kanne Obſtmoſt, ſeinen Schoppen Bier, ſeine Flaſche Wein

oder ſeinen Krug Waſſer, und eine ganze Bevölkerung nahm Gott preiſend Theil an dieſem großen Liebesmahl; ſechstauſend Bürger communicirten an demſelben Tiſche an dem heiligen Tiſche der Brüderlichkeit.

Billot war der Held des Tages.

Er theilte großmüthig die Ehre deſſelben mit dem Maire und mit Pitou.

Es bedarf nicht der Erwähnung, daß bei der Fa⸗ ie Piton Mittel fand, um Catherine die Hand zu geben.

Gs bedarf nicht der Erwähnung, daß bei Tiſche Pitou Mitttel fand, neben Catherine zu ſitzen.

Doch ſie war traurig, die arme Catherine; ihre Freude am Morgen war verſchwunden, wie ein friſcher, lachender Sonnenſtrahl unter den ſtürmiſchen Dünſten des Mittags verſchwindet.

*) Ein Tanz.