Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ken in vas Schloß ſteckte, wurde die Thüre geöffnet, und

der Abbé Fortier erſchien auf der Schwelle. Nicht wie Coligny, der ſeine Mörder fragte: Meine Brüder, was wollt Ihr von mir 7

Sondern wie Kalchas, das Auge in Flammen und

die Haare geſträubt, nach den Worten von Racine in Iphigenie.

Zurück! rief er, ſeine Hand mit einer drohenden Geberde erhebend;zurück, Ihr Ketzer, Ihr Gottloſe, Ihr Hugenotten, Ihr Abtrünnige! Zurück, Ihr Ama⸗ kekiter, Sodomiter, Gomorrhäer! Hebt Euch hinweg von der Schwelle des Herrn!

Es entſtand ein großes Gemurre in der Menge, ein Gemurre, das, wir müſſen es ſagen, nicht zu Gunſten des Abbé Fortier war.

Verzeihen Sie, ſprach Herr von Longpré mit ſei⸗ ner fanften Stimme, der er den überredendſten Ausdruck gegeben,verzeihen Sie, Herr Abbé, wir wünſchten nur zu wiſſen, ob Sie die Meſſe am Altar des Vaterlands leſen vder nicht leſen wollen?

Ob ich die Meſſe am Altar des Vaterlands leſen will? rief der Abbé in einem von jenen Zornausbrüchen, zu denen er ſo ſehr geneigt war,ob ich die Empörung, den Aufruhr, den Undank heiligen will? Ob ich Gott bitten will, die Tugend zu verfluchen und die Sünde zu ſegnen? Sie haben das nicht gehofft, Herr Maire! Sie wollen wiſſen, ja oder nein, ob ich Ihre gottesläſterliche Meſſe leſen werde; nun wohl: nein! nein! nein! werde ſie nicht leſen.

Gut, Herr Abbé, erwiederte der MaireSie ſind frei, und man kann Sie nicht zwingen.

Ah! es iſt ein Glück, daß ich frei bin, ſagte der Abbé,es iſt ein Glück, daß man mich nicht zwingen

nn. Und mit dem frechſten Hohngelächter fing er an

die Thüre den Behoͤrden vor der Raſe zuzuſtoßen.