Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny : 7.-10. Bändchen (1853) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Schloſſergeſellen vielleicht ein wenig fein war, näherte er ſich dem König und ſprach:

Sire, erlaubt mir Eure Majeſtät, ihr zu ſagen, wie Meiſter Gamain die Ehre hat, ſich vor Eurer Ma⸗ jeſtät zu befinden, und wie ich ſelbſt bei ihr bin?

Ja, mein lieber Louis, antwortete der König.

Ah! ſo, mein lieber Louis! armsdick! mur⸗ melte Gamain.Mein lieber Louis zu einem Be⸗ kannten von vierzehn Tagen, zu einem Arbeiter, zu einem Geſellen!. Was wird man vann zu mir ſagen, zu mir, der ich Sie ſeit fünfundzwanzig Jahren kenne? zu mir, der ich Ihnen die Feile in vie Hand geſteckt habe? zu mir, der ich Meiſter bin? So geht es, wenn man eine goldene Zunge und weiße Hände hat.

Zu Dir ſage ich:Mein guter Gamain! Die⸗ ſen jungen Mann nenne ich meinen lieben Louis, nicht weil er ſich zierlicher ausdrückt, als Du, nicht weil er die Hände öfter wäſcht, als Du es vielleicht thuſt, ich lege, wie Du weißt, ſehr wenig Werth auf alle dieſe Niedlichkeiten, ſondern weil er das Mittel gefunden hat, Dich zu mir zurückzuführen, Dich, mein Freund, man behauptete, Du wolleſt mich nicht mehr ehen. Oh! ich war es nicht, der Sie nicht mehr ſehen wollte, denn trotz aller Ihrer Fehler liebe ich Sie doch am Ende ſehr: aber meine Frau, Madame Gamain, ſagte mir alle Augenblicke:Du haſt ſchlimme Bekanntſchaf⸗ ten, Gamain, Bekanntſchaften, welche zu hoch für Dich; es thut in dieſer Zeit nicht gut, die Ariſtokratie zu ſehen; wir beſitzen ein Bischen, wachen wir varüber; wir haben

Kinder, erziehen wir ſiez und will der Dauphin auch die

Schloſſerei lernen, ſo wende er ſich an Andere als uns;

es fehlt nicht an Schloſſern in Frankreich. Ludwig XVI. ſchaute den Geſellen an, unterdrückte einen halb ſpottiſchen, halb ſchwermüthigen Seufzer und

erwiederte:

Die Gräfin von Charny. M. 3