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„Verzeihen Sie, Herr von Beaufire, wir machten, glaube ich, Annahmen?“
„Ja,“ erwiederte Beauſire, deſſen Augen wie glühende Kohlen glänzten;„doch äußerten Sie nicht, von Annahmen zu Annahmen werden wir zur Thatſache kommen?“
„Sind wir dahin gekommen?“
Beauſire zögerte einen Augenblick.
Bemerken wir ſogleich, daß es nicht die Redlichkeit, nicht die Treue für das gegebene Wort, nicht das er⸗ regte Gewiſſen war, was dieſes Zögern verurſachte. Wollten wir dies behaupten ſo kennen doch unſere Leſer Herrn von Beauſire zu gut, um uns nicht Lügen zu ſtrafen.
Nein, es war einfach die Furcht, der Graf werde ſein Verſprechen nicht halten.
„Mein lieber Herr von Beauſire,“ ſagte Caglio⸗ ſiro,„ich ſehe wohl, was in Ihnen vorgeht!“
„Ja,“ erwiederte Beauſire,„Sie haben Recht, Herr Graf, ich zögere, zum Verräther an dem Vertrauen zu werden, das ein wackerer Mann in mich geſetzt
hat.“
Und er ſchlug die Augen zum Himmel auf und ſchüttelte den Kopf wie Einer, der ſich ſagt:„Ach! das iſt ſehr hart!“.
„Nein, das iſt es nicht,“ entgegnete Caglioſtro, „und Sie ſind mir ein neuer Beweis für die Wahrheit jenes Wortes des Weiſen:„„Der Menſch kennt ſich ſelbſt nicht.““
„Und was iſt es denn?“ fragte Beauſire, ein we⸗ nig verblüfft durch die Leichtigkeit, mit der der Graf in der tiefſten Tiefe des Herzens las.
„Sie befürchten; nachdem ich Ihnen bie tauſend Louis d'or verſprochen habe, werde ich Ihnen dieſelben nicht geben.“


