238„ ſich verloren glauben, hielte man ſein Werkzeug⸗ bündel für eine Patrontaſche und ſeine Feilen für Dolche!“
„Sire, ich weiß in der That nicht, wie ich mich bei Eurer Majeſtät entſchuldigen ſoll, aber ich hafte Pa⸗ ris, Frankreich, Europa für das Leben des Königs, und ich kann nicht genug Vorſichtsmaßregeln nehmen, damit dieſes koſtbare Leben unverſehrt bleibt. Was den wackern Mann betrifft, von dem wir ſprechen, ſo mag der König ſelbſt nach ſeinem Gefallen Befehle geben.“
„Es iſt gut; ich danke, Herr von Lafayette; doch das hat keine Eile; erſt in acht bis zehn Tagen,“ fügte er bei, indem er einen Seitenblick auf Herrn von Buuillé warf,„bedarf ich ſeiner und ſeines Lehrlings; ich werde ihn durch meinen Kammerdiener Durch, der mit ihm befreundet iſt, benachrichtigen.“
„Und er braucht nur zu erſcheinen, um beim König zugelaſſen zu werden, Sire; ſein Name wird ihm als Paſſirſchein dienen. Gott bewahre mich vor dem Ruſe eines Schließers, eines Gefangenwärters, eines Kerker⸗ meiſters, den man mir macht; nie iſt der König freier geweſen, als in dieſem Augenblick; ich kam ſogar, um Seine Majeſtät dringend zu bitten, ſie möge ihre Jag⸗ den, ihre Reiſen wieder anfangen.“
„Oh! meine Jagden, nein, ich danke! Uebrigens habe ich für den Augenblick, wie Sie ſehen, etwas ganz Anderes im Kopfe. Was meine Reiſen betrifft, das iſt ein Unterſchied; die letzte, die ich von Verſailles nach Paris gemacht, hat mich von allem Verlangen, zu reiſen, — wenigſtens in ſo großer Geſellſchaft,— geheilt,“ ſagte der König.
Und er warf einen neuen Blick dem Grafen von Bouillé zu, der durch ein einfaches Blinzeln mit den Augenlidern dem Koͤnig zu verſtehen gab, er habe be⸗ griffen.
„Und nun, mein Herr,“ ſprach der König zu dem


