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„Ho! ho! mein Vetter,“ rief Lafahette,„ich weiß
nicht, was Sie als Praktiker machen koͤnnen, doch als
Theoretiker ſcheinen Sie mir vertraut, ich ſage nicht mit
dem Handwerk, da es ein König geadelt hat, ſondern mit der Kunſt.“
Ludwig XVI. hatte mit einem ſichtbaren Vergnügen den jungen Edelmann eine Anzahl Schlöſſer mit Namen nennen hoͤren.
„Nein,“ ſagte er,„das iſt ganz einfach ein Schloß mit einer geheimen Feder, was man ein Benarde⸗Schloß nennt, welches auf beiden Seiten ſchließt; doch ich befürchte ſehr, meine Kräfte überſchätzt zu haben. Ahl wenn ich meinen armen Gamain noch hätte, ihn, der ſich Meiſter über Meiſter, Meiſter über Alle nannte!“
„Iſt denn dieſer brave Mann geſtorben, Sire?“
„Nein,“ erwiederte der König, indem er dem jungen
Mann einen Blick zuwarf, der zu ſagen ſchien:„„Ver⸗ ſtehen Sie auf das halbe Wort;““„nein, er iſt in Ver⸗ ſailles in der Rue des Reſervoirs; der liebe Menſch wird nicht gewagt haben, mich in den Tuilerien zu be⸗ uchen.“
„Warum nicht, Sire?“ fragte Lafayette.
„Aus Furcht, ſich zu gefährden. Ein König von Frankreich iſt ſehr gefährdend zu dieſer Stunde, und zum Beweiſe dient, daß alle meine Freunde, die Einen in London, die Andern in Koblenz oder Turin ſind. Wenn Sie indeſſen nichts Nachtheiliges darin finden, mein lie⸗ ber General, daß er mit einem von ſeinen Lehrburſchen hierher kommt, um mich ein wenig zu unterſtützen, ſo werde ich ihn dieſer Tage holen laſſen.“
„Sire,“ erwiederte raſch Herr von Lafayette,„Eure Majeſtät weiß wohl, daß es ihr vollkommen frei ſteht, zu ſehen, wen es ihr beliebt.“
„Ja, unter der Bedingung, daß Ihre Schildwachen die Beſuche betaſten, wie man es mit den Schmugglern an der Grenze macht; oh! mein armer Gamain würde


