is
n
235
vaß ich Sie nicht erkannte, ich habe ein kurzes Geſicht. Und Sie haben Metz ſchon lange verlaſſen?“
„Vor fünf Tagen, Sire, und da ich mich in Paris zwar ohne einen officiellen Urlaub, aber mit beſonderer Ge⸗
nehmigung meines Vaters befand, ſo erſuchte ich meinen Verwandten, Herrn von Lafayette, um die Ehre, Eure
Majeſtät vorgeſtellt zu werden.“ „Von Herrn von Lafahette! Sie haben wohl gethan,
Herr Graf, Niemand war mehr im Stande, Sie zu jeder
Stunde vorzuſtellen, und von Niemand konnte mir die Vorſtellung angenehmer ſein.“
Dieſes zu jeder Stunde bezeichnete, daß Herr von Lafayette den großen und den kleinen Zutritt, der ihm in Verſailles bewilligt worden war, behalten hatte.
Die wenigen Worte, welche Ludwig XVI. geſprochen, hatten indeſſen genügt, um dem jungen Grafen anzudeu⸗ ten, er habe auf ſeiner Hut zu ſein. Die Frage beſonders: „Haben Sie Metz ſchon lange verlaſſen?“ beſagte: „Haben Sie Metz ſeit der Ankunft des Grafen von Charny verlaſſen?“
Die Antwort des Boten hatte den König hinreichend unterrichten müſſen.„Ich habe Metz vor fünf Tagen verlaſſen und bin in Paris ohne Urlaub, aber mit beſon⸗ derer Genehmigung meines Vaters,“ wollte beſagen:„Ja, Sire, ich habe Herrn von Charny geſehen, und mein Va⸗ ter hat mich nach Paris geſchickt, um mich mit Eurer Majeſtät zu verſtändigen und die Gewißheit zu erlangen, daß der Graf wirklich im Auftrage des Königs komme.“
Herr von Lafayette ſchaute nehgierig umher. Viele waren in das Arbeitscabinet des Königs, in ſeinen Con⸗ ſeilſaal, in ſeine Bibliothek, in ſein Betzimmer ſogar gekommen; Wenige hatten ſich der ausnehmenden Gunſt erfreut, in die Schmiede zugelaſſen zu ſein, wo der Kö⸗ nig Lehrling wurde, und wo der wahre Konig, der wahre Meiſter Herr Gamain war.
Der General bemerkte die vollkommene Ordnung, in


