Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny, 1. und 2. Bändchen (1852) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Die Folge dieſes Abweichens von der geraden Linie war, daß der junge Graf Louis Zeit zum Nachdenken atte. Er dachte alſo nach.

So voll ſein Herz von dem guten Empfang war, ver ihm von Seiten der Königin zu Theil geworden, ſo konnte er ſich doch nicht verleugnen, daß er nicht von ihr erwartet worden. Kein doppelfinniges Wort, keine ge⸗

heimnißvolle Geberde hatte ihm zu verſtehen gegeben, die

erhabene Gefangene, was ſie zu ſein behauptete, habe Kenntniß von der Sendung, mit der er beauftragt war, und rechne auch nur im Geringſten auf ihn, daß er ſie ihrer Gefangenſchaft entziehe. Dies ſtand übrigens ganz gut mit dem im Einklange, was Charny von dem Geheim⸗ niſſe geſagt hatte, das der König aus ſeiner Miſſion für Alle und ſelbſt für die Königin gemacht habe.

Welches Glück es auch dem Grafen Louis gewährte, die Koͤnigin wiederzuſehen, es war doch offenbar, daß er nicht zu ihr zurückkommen mußte, um die Löſung ſeiner Botſchaft zu ſuchen.

Es war ſeine Aufgabe, zu ſtudiren, ob ſich im Em⸗ pfang des Königs, in ſeinen Worten oder in ſeinen Ge⸗ berden nicht ein ihm allein begreifliches Zeichen finde, welches ihm andeute, Ludwig XVI. ſei beſſer als Herr von Lafahette über die Urſachen ſeiner Reiſe nach Paris unterrichtet.

Vor der Thüre der Schmiede wandte ſich der Kam⸗ merdiener um, und fragte, da er den Namen von Herrn von Bouillé nicht wußte:

Wen werde ich melden?

Melden Sie den Oberbefehlshaber der National⸗ garde. Ich werde die Ehre haben, dieſen Herrn Seiner Majeſtät vorzuſtellen.

Der Herr Obercommandant der Nationalgarde, meldete der Kammerdiener.