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„Ich bedaure, daß Sie ſich nie erinnern wollen, daß ich Franzoſe bin, Madame. Es iſt doch nicht ſo weit vom 6. October zum 16. November.
„Sie haben Recht, General,“ ſprach die Königin, indem ſie ihm nach einer Anſtrengung gegen ſich ſelbſt die Hand drückte;„ich bin eine Undankbare.“
Und ſie ſank wie gebrochen durch die Gemüthsbewe⸗ gung auf ihr Sofa zuräck und fügte bei:
„Uebrigens darf Sie dies nicht in Erſtaunen ſetzen. Sie wiſſen, das iſt der Vorwurf, den man mir macht.“
Dann fragte ſie, den Kopf ſchüttelnd:
„Nun, General, was gibt es Neues?“
Lafayette hatte eine kleine Rache zu üben; er ergriff die Gelegenheit.
„Ah! Madame,“ ſagte er,„wie ſehr bedaure ich, daß Sie geſtern nicht in der Nationalverſammlung ge⸗ weſen ſind. Sie hätten eine rührende Scene geſehen, von der ſicherlich Ihr Herz bewegt worden wäre; ein Greis kam und vankte der Nationalverſammlung für das Glück, das er ihr, ihr und dem König verdanke, denn die Nationalverſammlung vermag nichts ohne die könig⸗ liche Sanction.“
„Ein Greis?“ wiederholte die Königin zerſtreut.
„Ja, Madame; aber welch ein Greis! der Aelteſte der Menſchheit, ein höriger Bauer des Jura, hundert und zwanzig Jahre alt, vor die Schranken der National⸗ verſammlung durch fünf Generationen von Abkömmlingen geführt und hier erſcheinend, um für ihre Decrete vom 4. Auguſt zu danken. Sie begreifen, Madame, ein Mann, der Leibeigener ein halbes Jahrhundert unter Ludwig XIV. und ſiebenzig Jahre ſeitdem geweſen iſt!“
„Und was hat die Nationalverſammlung zu Gunſten dieſes Mannes gethan?“
„Sie iſt insgeſammt aufgeſtanden und hat ihn ge⸗ nöthigt, ſich zu ſetzen und zu bedecken.“
„Ah!“ ſagte die Königin mit dem Tone, der nur
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