Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Vierte Abteilung, Die Gräfin von Charny, 1. und 2. Bändchen (1852) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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„Hat Thaler, ſie koſten ſie nichts 5ch verſtehe das nicht, mein Herr.“

Gilbert ſchwieg.

„Nun!“ ſagte die Königin ungebuldig,„haben Sie nicht gehört, daß ich nicht verſtehe?“

„Und Eure Majeſtät verlangt beharrlich eine Er⸗ klärung?“

„Allerdings.“

„Das will beſagen, Madame, Cure Majeſtät habe ſehr gefällige Miniſter gehabt, Finanzminiſter beſonders, Herrn von Calonne, zum Beiſplel; das Volk weiß, wie Eure Majeſtät nur zu verlangen brauchte, daß man ihr gab, und da es keine große Mühe koſtet, zu verlangen, wenn man Königin iſt, weil man, indem man verlangt, befiehlt, ſo ſingt das Volk:

Die Königin hat Thaler, Sie koſten ſie nichts,

das heißt, ſie koſten ſie nur die Mühe, ſie zu verlangen.“

Die Königin preßte krampfhaft ihre weiße Hand zu⸗ ſammen, welche auf dem rothen Sammet des Wagen⸗ ſchlags lag.

„Gut,“ ſprach ſie,„das iſt es alſo, was das Volk ſingt. Gehen wir nun, wenn es Ihnen beliebt, Herr Gilbert, da ſie ſeine Gedanken ſo gut erklären, zu dem über, was es ſagt.“

„Madame, das Volk ſagt:„„Es wird uns nicht mehr an Brod mangeln, nun da wir den Bäcker, die Bäckerin und den Bäckerjungen haben.““

„Sie werden mir dieſe zweite Unverſchämtheit ſo deutlich erklären, als die erſte, nicht wahr? Ich rechne darauf.“

„Mabame,“ erwiederte Gilbert mit derſelben ſchwer⸗ müthigen Sanftheit,„wenn Sie vielleicht nicht die Worte, ſondern die Intention dieſes Volkes erwägen wollten, ſo