„Ei! wenn man ewig Handſchuhe anhaben muß, um guten Morgen und guten Abend zu ſagen!“
„Oh! nein.“
„Wenn man ſagen muß:„Euere Majeſtät, nehmen Sie dieſen Schlüſſel mit der linken Hand.„ Sire, nehmen Sie dieſe Feile mit der rechten Hand.““
„Ah! darin lag gerade der Reiz bei ihm, denn ſehen Sie, er iſt im Grunde ein guter Menſch. War er ein⸗ mal in der Schmiede, hatte er die Schürze vorgebunden und die Aermel ſeines Hemdes zurückgeſchlagen, ſo hätte man nie glauben ſollen, er ſei der älteſte Sohn vom heiligen Ludwig, wie ſie ihn nennen.“
„In der That, Sie haben Recht, es iſt außerordent⸗ lich, wie ein König einem andern Menſchen gleicht.“
„Ja, nicht wahr? Diejenigen, welche in ihre Nähe kommen, haben dies längſt bemerkt.“
„Oh! es wäre nichts, wenn nur diejenigen, welche in ihre Nähe kommen, es bemerft hätten,“ ſprach der Unbekannte mit einem ſeltſamen Gelächter,„aber diejenigen, welche ſich von ihnen entfernen, fangen beſonders an, es zu bemerken.“
Gamain ſchaute den Unbefannten mit einer gewiſſen Verwunderung an.
Doch dieſer, welcher ſchon ſeine Rolle vergeſſen hatte,
ließ ihm nicht Zeit, den Werth des Satzes, den er aus⸗
geſprochen, abzuwägen, und ſagte, auf das Vorhergehende zurückkommend:
„Ein Grund mehr: daß man einen Menſchen, wel⸗ cher iſt wie ein Anderer, Sire und Majeſtät nennen muß, ſinde ich demüthigend.“
„Man mußte ihn aber weder Sire, noch Majeſtät nennen! Sobald er in der Schmiede war, gab es Alles bies nicht. Ich nannte ihn Bürger, und er nannte mich Gamain; nur duzte ich ihn nicht, und er duzte mich.“
„Ja, doch wenn die Stunde des Frühſtücks oder„


