Der Chevalier von Harmental.
153 „Nein, mit Ihrer Gemahlin.“ „Beide, Beide! Hörſt Du, Raoul! Wir ſterben
zuſammen,“ frohlockte Bathilde.„Hier ſind wir, Herr Gouverneur, wir ſind bereit!“
Harmental ſchloß Bathilden noch einmal in die Arme und drückte noch einmal einen Kuß auf ihre Lip⸗ pen, dann raffte er ſeinen ganzen Stolz zuſammen und folgte Herrn de Launoh mit feſten Schritten.
Der Gouverneur führte die unglücklichen Gatten durch mehrere lange ſparſam erhellte Gänge zu einer Treppe. Sie ſtiegen hinab und befanden ſich vor einer Pforte. Dieſe führte zu einem von hohen Mauern umgebenen freien Platze, wo ſich ein Theil der Gefangenen ergehen durfte. In dieſem Hofe hielt ein mit zwei Pferden be⸗ ſpannter Wagen, auf einem der Pferde ſaß ein Poſtillon und in der Dämmerung ſah man die Küraſſe von einem Dutzend Musketieren ſchimmern.
Da blitzte ein ſchwacher Hoffnungsſtrahl in den See⸗ len der beiden Liebenden auf. Der angeſpannte Wagen, die militäriſche Escorte ließen Bathilden hoffen, daß der Regent ihre dringende Bitte erfüllt und die Todes⸗ ſtrafe in lebenslängliche Gefangenſchaft auf irgend einer Feſtung umgewandelt habe. Beide blickten einander an


