14¹ Der Chevalier von Harmental..
„Es iſt alſo wohl etwas recht Wichtiges, recht Schwieriges was Sie wünſchen?“
„Ach, gnädigſter Herr,“ verſetzte Bathilde ihren ganzen Muth zuſammenraffend,„es betrifft das Leben eines Menſchen, welcher den Tod verdient hat.“
„Wie, beträfe die Sache etwa den Chevalier von Harmental?“ fragte der Regent.
„Ew. königliche Hoheit haben es ſo eben ausgeſpro⸗ chen,“ ſtammelte Bathilde.
Die Stirn des Regenten ward ernſt, während Ba⸗ thildens Herz faſt hörbar klopfte.„Iſt er Ihr Ver⸗ wandter, Ihr Freund?“ fragte der Herzog.
„Er iſt mein Leben, meine Seele, gnädigſter Herr... ich liebe ihn!“
„Aber wiſſen Sie auch daß, wenn ich ihn begnadige, ich Alle begnadigen muß, und daß es in dieſer Sache noch Strafbarere giebt als er iſt?“
„Es iſt nur ſein Leben um das ich flehe, gnädigſter Herr, nur um ſein Leben bitte ich.“
„Und wenn ich nun ſeine Todesſtrafe in eine lebens⸗ längliche Gefangenſchaft verwandelte, dann würden Sie ihn ja nie wieder ſehen?“ Bathilde war nahe daran umzuſinken.„Was würde alsdann aus Ihnen werden?“ „Ich,“ ſprach Bathilde,„ich würde in ein Kioſter


