Der Chevalier von Harmental. 143
ten einander ſo innig; jetzt erinnere ich mich an alles... Sie konnte ihn nicht überleben. Wiſſen Sie auch, daß Ihr Vater mir das Leben gerettet hat? Bei Neerwinden wiſſen Sie das?“
„Ich weiß das, gnädigſter Herr, und das gerade gab mir den Muth mich Ihnen vorzuſtellen.“
„Aber Sie armes Kind, Sie arme Waiſe, was ward aus Ihnen?“
„Ein Freund meiner Eltern nahm ſich meiner an, ein armer Abſchreiber Namens Jean Buvat, gnädigſter Herr.“
„Jean Buvat, Jean Buvat,“ wiederholte der Herzog,„der Name iſt mir bekannt! Ja, richtig! Jean Buvat, das iſt der arme Teufel von Copiſten, welcher die ganze heilloſe Verſchwörung entdeckt hat und der mich neulich ſelbſt um die Zahlung ſeines rückſtändigen Ge⸗ halts erſuchte.“
„Es iſt derſelbe, gnädigſter Herr!“
„Mademviſelle,“ fuhr der Herzog freundlich fort,„es ſcheint, als ob alles, was Sie umgiebt, beſtimmt ſei mich zu retten. Ich bin jetzt zwiefach Ihr Schuldner. Sie ſag⸗ ten mir, Sie hätten eine Gnade von mir zu erbitten; ſprechen Sie alſo dreiſt, ich bin ganz Ohr.“
„Großer Gott, verleihe mir Muth!“ flehte Bathilde.


