10 Der Chevalier von Harmental.
„Das iſt gegen die Etikette, Sire,“ entgegnete der Regent;„wenn aber Ew. Majeſtät befehlen...“
„Ja, ja, ich will es!“ rief das königliche Kind, wo⸗ bei es aber zugleich einen ſanften bittenden Seitenblick auf den Herrn von Fréjus richtete,„as heißt, wenn es mein guter Lehrer erlaubt.“
„Sollte Herr von Fréjus es für unziemlich halten?“ fragte der Herzog von Orleans ſich zu dieſem wen⸗ dend und in einem Tone, aus welchem deutlich hervor⸗ ging, daß es ihn verletzen würde, falls der Hofmeiſter die Bitte ſeines königlichen Zöglings nicht bewilligen ſollte.
„Durchaus nicht,“ lautete die Antwort;„es iſt viel⸗ mehr gut, wenn Se. Majeſtät ſich an Arbeit gewöhnen. Und wenn auch die Geſetze der Etikette verletzt werden ſollten, ſo kann dies geſchehen, wenn für das Volk Nutzen daraus entſpringt. Ich will Sie, gnädigſter Herr, nur um die Erlaubniß erſuchen Se. Majeſtät begleiten zu dürfen.“
„Mit dem allergrößten Vergnügen, mein Herr!“ ent⸗ gegnete der Regent.
„O wie freue ich mich! Wie glücklich bin ich!“ jubelte Ludwig XV.;„ſchnell meine Weſte, meinen Degen, mei⸗ nen Orden! Sehen Sie, Herr Regent, da bin ich fer⸗ tig!“ So ſprechend wollte er die Hand des Letztern er⸗
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