Der Chevalier von Harmental. 9
ſen mir das verzeihen; ich bin noch nicht zehn Jahre alt und habe geſtern ſo viel gearbeitet!“
„Das iſt freilich wahr,“ lächelte Herr von Frsjus, „auch werden ſich Ew. Majeſtät an dem herrlichen Spiel⸗ werk ergötzen, ſobald Sie zuvor vom Herrn Regenten er⸗ fahren haben, wie die zweite Nachricht lautet die er über⸗ bringt.“
„Ach ja, mein Herr, und wie lautet denn Ihre zweite Nachricht?“
„Sie betrifft eine Arbeit, die für Frankreich von Nutzen ſein wird und ſo wichtig iſt, daß ich es für nöthig erachte ſie Ewr. Majeſtät vorzulegen.“
„Haben Sie dieſelbe mitgebracht?“ fragte der kleine König.
„Nein, Sire, ich glaubte nicht Sie dafür ſo gut dis⸗ ponirt zu finden und habe ſie in meinem Cabinet zurück⸗ gelaſſen.“
„Wohlan,“ ſprach Ludwig der Funfzehnte, in⸗ dem er bald den Herrn von Fröjus bald den Regenten bittend anſah,„da könnten wir ja Beides vereinigen; ſtatt meinen gewöhnlichen Morgenſpaziergang zu machen, könnten wir uns ja in Ihre Zimmer begeben; ich ſähe dort das ſchöne Spielwerk und wir gingen dann in Ihr Cabinet.“


