Der Chevalier von Harmental.
faſſen; der Herzog von Orleans aber, ſtatt ſich einer ſolchen Vertraulichkeit hinzugeben, verbeugte ſich ehrerbie⸗ tig vor dem jungen König, öffnete ihm ſelbſt die Thür, bat ihn durch eine Geberde voranzuſchreiten und folgte mit entblößtem Haupte in einer kleinen Entfernung nebſt dem Herrn von Fréjus.
Die Zimmer des Königs befanden ſich wie die des Herzogs von Orleans im unterſten Stockwerk und wa⸗ ren nur durch ein Vorgemach getrennt, durch welches man zum Erſtern gelangte und das vermittelſt einer Ga⸗ lerie in das Vorzimmer des Letztern führte. Der Weg war alſo nur kurz. Mit lautem Jubelruf eilte der kleine König, die verſammelten Höflinge des Regenten unbeach⸗ tet laſſend, auf die erſehnte Kiſte zu, die in der Mitte des Zimmers auf einem Tiſche ſtand. Zwei Kammer⸗ diener flogen auf den Wink des Regenten mit Werkzeugen herbei; unter ihren Händen ſprang der Deckel der Kiſte bald auf und dieſe zeigte nun das köſtlichſte Spielzeug, welches je einem König von neun Jahren die Augen ge⸗ blendet hat.
Bei dieſem verlockenden Anblick vergaß der kleine Mo⸗ narch Etikette, Hofmeiſter und Höflinge; er ſtürzte über das ihm geöffnete Paradies her und zog wie aus einem Zauberkäſtchen voller Jubel Städte, Thürme, Schiffe, Ca⸗


