Der Chevalier von Harmental. 163
„Ich nach der Bretagne reiſen? Und was ſoll ich dort?“
„Das werden Sie erfahren, wenn Sie dorthin kom⸗ men.“
„Und wenn es mir nicht gefällt abzureiſen?“
„Sie werden abreiſen, denn Sie werden bedenken, daß es thöricht wäre ein Unternehmen aufzugeben welches faſt zu Ende geht, um einer Liebſchaft willen die kaum an⸗ gefangen hat, die Gunſt einer Prinzeſſin zu verſcherzen um die einer Griſette zu erlangen.“
„Herr Abbé!“ drohte Harmental.
„Ruhig, ruhig, Freundchen, erzürnen wir uns nicht!“ rief Brigaud,„ſprechen wir vernünftig. Sie haben ſich freiwillig in das bewußte Unternehmen eingelaſſen und Ihren Beiſtand verſprochen. Wäre es recht von Ih⸗ nen ſich zurückzuziehen, weil ein Verſuch mißglückte? Was Teufel, mein lieber Chevalier, man muß conſequent ſein oder ſich in keine Verſchwörung einlaſſen!“
„Es iſt richtig,“ verſetzte Harmental,„ich habe meinen Arm angeboten. Aber es iſt recht und billig daß der Arm, bevor er zuſchlägt, weiß was der Kopf be⸗
ſchloſſen hat. Ich wage meine Freiheit, mein Leben ja
ich wage vielleicht was mir noch theurer werden kann. Ich bin bereit das alles zu wagen, aber auf meine


