Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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146 Der Chevalier von Harmental.

und dem Abbé befand ſich indeſſen eine große Schranke, nämlich die Tugenden und Laſter des Erſtern waren die eines vornehmen Mannes, die des Abbé die eines La⸗ kaien. Der Regent bemerkte bei ſo manchen Gelegenhei⸗ ten, wenn er ihm etwas verlieh:Dubois, Dubois, nimm Dich in Acht oder ich ziehe Dir wieder eine Livree an! Darauf antwortete denn der Abbé jedesmal mit der ihm eigenthümlichen affenmäßigen Grimaſſe:Ich bin ja Ihr Knecht, gnädigſter Herr; bekleiden Sie mich nur immer auf gleiche Weiſe!

Uebrigens liebte Dubois den Regenten wahrhaft und war ihm ungemein ergeben. Er fühlte recht gut, daß deſſen mächtige Hand allein ihn über dem Schlamme hielt, aus dem er hervorgegangen war und in den er (ſo verhaßt und verachtet war er), wenn ſein Gebieter ſeine ſchützende Hand zurückzog, jeden Augenblick wieder zurückſinken konnte. Er wachte alſo mit dem größten Eifer und mit dem eigennützigſten Intereſſe über die ge⸗ gen den Regenten angezettelten Verſchwöruugen, und mehr als einmal wurden durch ſeine Gegenpolizei, welche durch Frau von Tenein die hohe Ariſtokratie und durch die Fillon die untergeordneten Claſſen beobachtete, Com⸗ plotte gegen den Regenten entdeckt, von denen der Poli⸗ zeilientenant Argenſon keine Ahnung hatte.