Der Chevalier von Harmental. 147
Der Herzog von Orleans, der ſeine mehrfachen Dienſte zu ſchätzen wußte, empfing ſeinen Abgeſandten mit offenen Armen.„Dubvis“ rief er,„Du biſt in der That mein beſter Freund! Der Tractat der Quadru⸗ pel⸗Allianz wird für Ludwig XV. vortheilhafter ſein als alle Siege ſeines Vorfahren Ludwig XIV.“
„Es freut mich, gnädigſter Herr, daß Sie mir Ge⸗ rechtigkeit widerfahren laſſen,“ verſetzte Dubois;„denn das thut nicht jedermann.“
„Ah, Du biſt alſo meiner Mutter begegnet, die mich ſo eben verließ!“
„So iſt's, und zur Belohnung meiner Dienſte wollte ſie mir eine Geſandtſchaft nach China und Perſten ver⸗ ſchafſen.“
„Sei deshalb unbeſorgt, mein lieber Abbé,“ lachte der Herzog,„meine Mutter ſteckt voll Vorurtheile; ſie wird es Dir nimmermehr vergeben, daß Du einen ſol⸗ chen Zögling aus mir gemacht haſt. Aber ſei ruhig, ich bedarf Deiner hier.“
„Und wie befinden ſich Seine Majeſtät, unſer aller⸗ gnädigſter König?“ fragte Dubvis mit boshaftem Lä⸗ cheln;„er kränkelte ſehr als ich Frankreich verließ.“
„Wohl, recht wohl, Dubois,“ erwiederte der Her⸗ zog ernſt;„der Himmel wolle ihn uns erhalten, zum
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