Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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22 Der Chevalier von Harmental.

welchen ſie ſchon ihre Plane für die Zukunft entworfen hatte. Sie war nahe daran in Ohnmacht zu ſinken.

Es giebt indeſſen nichts, woran die Männer weniger glauben als die Ohnmachten der Weiber, und dennoch giebt es nichts wodurch ſie leichter gefangen werden. MWochte übrigens Harmental daran glauben oder nicht, ſo war er doch zu höflich um nicht ſeiner Wirthin bei dieſer Gelegenheit einen Beweis ſeiner Theilnahme zu ge⸗ ben. Er öffnete ſeine Arme um ſie aufzufangen, und kaum bemerkte dies Madame Denis, als ſie ſich völlig ſinken ließ und ihrer Ohnmacht ganz hingab.

Einen Lehnſtuhl, Abbé, einen Lehnſtuhl! rief Har⸗ mental, während Bonifaz die Zeit benutzte, um mit den noch übrigen Bonbons und Näſchereien ſeine Taſchen zu füllen.

Der Abbé ſchob einen Lehnſtuhl hin, aber mit der Langſamkeit eines Mannes, welcher an dergleichen Erſchei⸗ nungen gewöhnt iſt und von den Folgen Lerſelben nicht beunruhigt wird. Man ſetzte Madame Denis hinein und rieb ihr Schläfe und Hände; ſie aber ſchien noch immer nicht geneigt wieder zum Leben zu erwachen; plötz⸗ lich aber, als man es gerade am wenigſten erwartete, ſprang ſie wie von einer Feder emporgeſchnellt auf die Füße und ſtieß einen lauten Schrei aus. H armental

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