14 Der Chevalier von Harmental.
werden, eine ſchüchterne, linkiſche Haltung angenommen, die ſelbſt dem Beſtreben ihres Tanzmeiſters nicht hatte weichen wollen. Fräulein Athenais dagegen war durchaus das Gegentheil von ihrer Schweſter, eine kleine runde Kugel, welche bei ihren ſechzehn oder ſiebzehn Jah⸗ ren für gewiſſe Perſonen nicht ganz ohne Reiz ſein mochte. Sie glich weder dem Herrn noch der Madame Denis, welcher Unmſtand früher die Läſterzungen der Rue St. Martin in Bewegung ſetzte, wo Erſterer früher einen Tuchladen hatte, bis er das Haus in der Rue du Temps perdu erkaufte. Trotz dieſer Unähnlichkeit mit ihren Eltern war Fräulein Athenais dennoch nicht weniger der erklaͤrte Liebling ihrer Mutter und trat da⸗ her fortwährend mit jener Zuverſichtlichkeit auf, welche der armen Emilie fehlte. Von gutmüthiger Sinnesart, wie ſie war, benutzte Athenais häufig dieſen Vorzug vazu, die Fehler zu entſchuldigen, welche ihrer ältern Schweſter beſtändig zur Laſt gelegt wurden. Uebrigens glaubte der Chevalier, der als Zeichner auch ein guter Phhſtognomiker war, zwiſchen den Zügen der Athenais und denen des Abbé Brigaud eine gewiſſe Aehnlichkeit zu bemerken, die bei der Unterſuchung einer Vaterſchaft wohl als Leitfaden hätte dienen können.
Oögleich es erſt eilf Uhr Vormittags war, ſo hatten


