Der Chevalier von Harmental.
„O mein lieber Abbé!“ rief Madame Denis ihre Hände faltend,„wenn wir Eins erlangen könnten...“
„Und was wäre das?“ fragte der Abbé.
„Wenn wir ihn bewegen könnten uns das Portrait unſrer Athenais zu malen!“
Der Chevalier erwachte plötzlich aus ſeinen Träume⸗ reien, wie ein Wandrer auf dem Raſen, den die plötzliche Annäherung einer gefahrbringenden Schlange aufſchreckt. „Herr Abbé,“ rief er einen wüthenden Blick auf dieſen ſchleudernd,„Herr Abbé, keine Thorheiten, wenn ich bit⸗ ten darf!“
„Hilf Himmel, was ficht Ihren Zögling an?“ fragte Madame Denis ganz erſchrocken.
Zum Glück für den Abbé, welcher auf das Anſinnen der Madame Denis nicht gleich eine paſſende Antwort zu finden noch auch das auffallende Benehmen ſeines Zöglings genügend zu erklären vermochte, öffnete ſich in dieſem Augenblick die Thür und die Fräulein Denis traten ein, errötheten und machten jede eine förmliche Menuettverbeugung.
„Nun, meine jungen Damen,“ ſprach Madame De⸗ nis einen ſtrengen Ton affectirend,„was heißt das? Wer hat Ihnen erlaubt Ihr Zimmer zu verlaſſen?“ „Mama,“ entgegnete eine Stimme, welche der Che⸗


