10 Der Chevalier von Harmental.
tal gewendet fort,„ich hoſſe Du glaubſt kein Wort von ſolchen Schmeicheleien.“— Und zum Ohr der Madame Denis geneigt, flüſterte er:„Wie Sie ihn da ſehen, hätte er ganz gut in ſeiner Heimath bleiben können..
er beſitzt 3000 Livres Einkünfte in liegenden Gründen.“
„So viel denke ich gerade einer jeden meiner Töchter mitzugeben,“ verſetzte Madame Denis mit gehobener Stimme, damit es dem Chevalier nicht entgehe, während ſie zugleich einen Seitenblick auf dieſen richtete, um zu ſehen, wie die Ankündigung einer ſolchen Wohlhabenheit auf ihn wirke.
Zum Unglück aber für das künftige Etabliſſement der Fräulein Denis dachte Harmental in dieſem Augen⸗ blicke an etwas ganz Andres als daran, die 3000 Livres jährlich, mit welchen die großmüthige Mutter eine jede ihrer Töchter ausſtatten wollte, mit den 3000 Livres Renten zu vereinen, welche ihm der Edelmuth des Abbé Brigaud zugetheilt hatte. Emiliens grundfalſche Töne ſowie die widrige Altſtimme ihrer Schweſter und das fehlerhafte Accompagnement Beider hatten ihn durch eine ganz natürliche Wdeenverbindung an die reine, ſanfte, himmliſche Stimme und das Meiſterſpiel ſeiner reizenden Nachbarin erinnert. Er verſank demnach in eine ſüße Träumerei, und die in ſeinem Dachſtübchen vernommenen


