Der Chevalier von Harmental. 7
ſpenden uns nicht bloß ein treffliches Frühſtück, ſondern auch ein entzückendes Concert.“
„Es ſind“ entgegnete Madame Denis leichthin,„die Kinder, welche ihren Studien obliegen und nicht wiſſen, daß hier Geſellſchaft iſt; ich will ihnen aber ſogleich un⸗ terſagen fortzuſpielen.“
Madame Denis machte eine raſche Bewegung, als wollte ſie aufſtehen.
„Wie, Madame?“ rief Harmental ſie zuückhaltend, „weil ich eben erſt in die Hauptſtadt komme, halten Sie mich nicht für würdig die Talente derſelben kennen zu lernen?“
„Der Himmel bewahre mich, mein Herr, daß ich der⸗ gleichen von Ihnen denken ſollte,“ verſetzte die Haus⸗ wirthin mit einem etwas boshaften Lächeln;„weiß ich doch, daß Sie ſelbſt Muſiker ſind. Der Bewohner des dritten Stockwerks hat es mir verrathen.“
„In dieſem Falle hat er Ihnen gewiß keine hohe Idee von meinem Talente beigebracht,“ verſetzte lächelnd der Chevalier,„denn er ſchien das Wenige nicht zu wür⸗ digen was ich zu leiſten vermochte.“
„Er hat mir nur geſagt, daß ihm die Stunde nicht ganz paſſend ſchien Muſik zu machen. Aber hören Sie, mein Herr,“ fuhr Madame Denis fort, indem ſie ihr


