nem Oheim deshalb machte. Dieſer Mann, den ſein vergangenes Leben und dieſe letzte Leidenſchaft, denn er liebte die Marquiſe wie ein Wahnſinniger, faſt um den Verſtand gebracht hatten, floßte mir einen Abſcheu ein, den ich Dir nicht beſchreiben kann. Dieſer Greis, der drei Mal ſo alt war als ſein Neffe und der vor einem jungen Manne hatte erroͤthen muͤſſen, beleidigte einerſeits mein Scham⸗ gefuͤhl, waͤhrend er auf der andren Seite Mitleid in mir erweckte. Es wuͤrde mir Muͤhe koſten, Dir eine Idee von ſeinem niedrigen Charakter beizu⸗ bringen. Je älter er wurde, um ſo mehr erloſchen auch die letzten Funken von Ehre und Rechtſchaf⸗ fenheit in ihm. Oft ſagte Heinrich zu mir:
„— Mein Oheim wuͤrde eine ſchlechte Hand⸗ lung begehen, um ſich Geld zu verſchaffen, wenn ich ihm keines gäbe.“
„— So gieb es ihm, erwiderte ich immer; vielleicht beſſert er ſich noch.
„— Das wird er nie thun, verſetzte Heinrich, und wir waren dann jedes Mal den ganzen Tag traurig und verſtimmt.
„Zuweilen ſagte ich zu meinem Manne:


