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Viertel meines Laufes den Wolf auf meinen Schultern haben würde.
Ich war alſo genöthigt, einen Umweg zu machen und durch eine Barrière mit Drehkreuz zu gehen. Alles dies wäre nichts geweſen, hätten nicht die Barrisre und das Drehkreuz ihren Platz in dem Schatten ge⸗ habt, der von den großen Bäumen des Parkes herab⸗ fiel. Was würde geſchehen, während ich durch dieſen Schatten ginge? Würde nicht die Dunkelheit auf den Wolf eine Wirkung gerade der entgegengeſetzt machen, die ſie auf mich machte? Sie erſchreckte mich: würde ſie nicht den Wolf ermuthigen? Je dichter die Fin⸗ ſterniß iſt, deſto mehr ſieht der Wolf.
Es war indeſſen nicht zu zögernz ich drang in die Dunkelheit ein; ich übertreibe nicht, wenn ich ſage, daß nicht eines vonmeinen Haaren war, welches nicht ſeinen Schweißtropfen hatte, daß jeder Faden meines Hemdes durchnäßt war. Um das Drehkrenz gehend, warf ich einen Blick hinter mich; es herrſchte eine ſolche Finſter⸗ niß, daß die Form des Wolfes verſchwunden war: man ſah in der Nacht nichts mehr, als zwei glühende Kohlen.
Sobald ich durchgegangen, drehte ich das be⸗ wegliche Kreuz mit aller Heftigkeit; das Geräuſch, das hiedurch entſtand, ſchüchterte den Wolf ein, und er blieb eine Secunde ſtehen; doch faſt in demſelben Angen⸗ blick ſprang er ſo leicht über die Barridre, daß ich den Schnee nicht unter ſeinen Pfoten krachen hörte, und daß er wieder in gleicher Entfernung von mir war.
Ich ging auf der geradeſten Linie wieder in die Mitte der Allee.
Ich befand mich im Lichte und ſah wieder nicht allein dieſe entſetzlichen zwei Augen, welche mit ihren flammenden Sternen die Finſterniß durchhöhlten, ſondern meinen ganzen Wolf.
Sowie ich gegen die Stadt vorrückte und ſein
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