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Catherine Blum / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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durchwandert; noch ein paar Schritte, und wir ſind oben auf dem Berge von Vauciennes.

Hundert Schritte hinter uns fand ich eines Tags oder vielmehr in einer Nacht von Crépy heimkehrend den Leichnam eines ſechzehnjährigen jungen Menſchen. Ich habe in meinen Denkwürdigkeiten dieſes dü⸗ ſtere, geheimnißvolle Drama erzählt. Die Wind⸗ mühle, die ſich links von der Straße erhebt, und lang⸗ ſam, melancholiſch ihre großen Flügel dreht, weiß, nebſt Gott, allein, wie ſich die Dinge zugetragen haben. Alle ſind ſtumm geblieben; die Gerechtigkeit der Men⸗ ſchen hat auf das Gerathewohl geſchlagen: zum Glück geſtand der Mörder ſterbend, ſie habe richtig getroffen.

Der Kamm des Berges, dem wir folgen wollen, und der die große Ebene zu unſerer Rechten und das ſchöne Thal zu unſerer Linken beherrſcht, iſt der Schau⸗ platz meiner kynegetiſchen Thaten. Hier habe ich debn⸗ tirt auf der Laufbahn der Nimrode und der Levaillant, der zwei größten Jäger der alten und der neuen Zei⸗ ten, wie ich mir habe ſagen laſſen. Rechts war es die Domäne der Haſen, der Feldhühner und der Wach⸗ teln, links die der wilden Enten, der Kriechenten und der Becaſſinen. Siehſt Du jenen Ort, der, grüner als die andern, ein von Watteau gemalter reizender Raſen zu ſein ſcheint? Das iſt eine Torfgrube, in der ich beinahe meine Knochen gelaſſen hätte: zum Glück hatte ich den Gedanken, meine Flinte zwiſchen meine Veine zu ſchieben; der Kolben einerſeits, das Ende des Lau⸗ fes andererſeits trafen auf einen Boden, welcher ein wenig ſolider als der, wo ich unterzuſinken anfing; ich wurde aufgehalten in dieſer verticalen Niederfahrt, die mich unfehlbar geraden Weges in die Hölle hinab⸗

geriſſen hätte. Ich ſchrie: der Müller von der Mühle,

die Du dort am Schutzbrette des großen Teiches lie⸗

gen ſiehſt, lief,herbei; auf mein Geſchrei warf er mir

den Strick ſeines Hundes zu; ich erwiſchte den Strick;