Druckschrift 
Catherine Blum / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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d'Etampes, Heinrich I. und Diana von Poitiers, Heinrich IV. und Gabriele gekannt; ihr ſprachet von dieſen berühmten Todten unter eurer ausgehöhlten Rinde; ihr hofftet, dieſe dreifach verſchlungenen Halb⸗ monde, dieſe verliebt um einander gewundenen Namens⸗ züge, dieſe Kränze von Lorbeeren und Roſen werden euch vor einem gemeinen Tode und dem mercantilen Kirchhofe, den man einen Holzgarten nennt, beſchützen: ach! ihr täuſchtet euch, ſchöne Bäume! Eines Tags hörtet ihr das ſchallende Geräuſch der Axt und das dumpfe Knirſchen der Säge... Es war die Zerſtörung, die zu euch kam; es war der Tod, der euch zurief:Nun iſt die Reihe an euch, ihr Hoffär⸗ tigen!

Und ich habe euch auf der Erde liegen ſehen, ver⸗ ſtümmelt von den Wurzeln bis zum Gipfel, eure Aeſte um euch her zerſtreut, und es ſchien mir, als durchliefe ich, fünftauſend Jahre jünger, jenes ungeheure Schlacht⸗ feld, das ſich zwiſchen Pelion und Oſſa entrollt, und als ſähe ich zu meinen Füßen die Titanen mit drei Köpfen und hundert Armen ausgeſtreckt, welche den Olymp zu erſtürmen verſuchten, aber von Jupiter nie⸗ dergeſchmettert wurden.

Gehſt Du je mit mir und auf meinen Arm ge⸗ ſtützt, theures Kind meines Herzens, unter allen dieſen großen Wäldern ſpazieren, durchſchreiteſt Du dieſe zer⸗ ſtreuten Dörfer, ſetzſt Du Dich auf dieſe moosbedeckten Steine, neigſt Du Dein Haupt gegen dieſe Gräber, ſo wird es Dir Anfangs ſcheinen, Alles ſei ſchweigſam und ſtumm; doch ich werde Dich die Sprache aller dieſer alten Freunde meiner Jugend lehren, und dann wirſt Du begreifen, welch ein ſüßes Gemurmel ſie für mein Ohr, lebendig oder todt, machen.

Wir werden beim Oſten anfangen, und das iſt ganz einfach; für Dich geht die Sonne kaum auf; ihre erſten Strahlen machen noch Deine großen blanen