Druckschrift 
Catherine Blum / von Alexander Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Dort werde ich auch ſchlafen gehen, ſo ſpät als möglich, denn ich werde Dich ſehr wider meinen Willen verlaſſen, mein liebes Kind!

Warum ſollte ich nicht gern von dieſer ungehenren grünen Wiege ſprechen, wo jedes Ding für mich eine Erinnerung iſt? Ich kannte Alles dort, nicht allein die Leute vom Dorfe, nicht allein die Steine der Häuſer, ſondern auch die Bäume des Waldes. So wie dieſe Erinnerungen meiner Jugend verſchwunden ſind, habe ich ſie beweint. Weißköpfe der Stadt, lie⸗ ber Abbé Gregoire, guter Kapitän Fontaine, würdiger Vater Niguet, lieber Vetter Deviolaine, ich habe es mauchmal verſucht, Euch wieder ins Leben zu rufen; doch Ihr habt mich faſt erſchreckt, arme Geſpenſter, ſo bleich und ſtumm fand ich Euch, trotz meiner zärtlichen, freundſchaftlichen Heraufbeſchwörung! Ich habe euch beweint, düſtere Steine des Saint⸗Remy Kloſters, coloſ⸗ ſale Gitter, rieſige Treppen, enge Zellen, cyklopiſche Küche, die ich Schichte um Schichte fallen ſah, bis die Steinhaue mitten unter Schutt und Trümmern eure Fundamente ſo breit wie die Baſen der Wälle und eure Keller gähnend wie Abgründe entdeckte. Ich habe euch beweint, euch beſonders, ſchöne Bäume des Par⸗ kes, Rieſen des Waldes, Familien von Eichen mit dem knorrigen Stamme, von Buchen mit der glatten ſilber⸗ nen Rinde, von Zitterpappeln und von Kaſtanien⸗ bäumen mit den pyramidalen Blüthen, um welche in den Monaten Mai und Juni Schwärme von Bienen⸗ der Leib von Honig angeſchwollen, die Beine von Wachs beladen, ſummten. Ihr ſeid plötzlich gefallen, in einigen Monaten, ihr, die ihr noch ſo viele Jahre zu leben, noch ſo viele Generationen unter eurem Schatten zu beſchirmen, noch ſo viele Liebſchaften ge⸗ heimnißvoll und geräuſchlos über den Moosteppich, den die Jahrhunderte zu enren Füßen ausgebreitet, hinziehen zu ſehen hofftet. Ihr haitet Franz l. und Madame

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