II«
350» eommandiren, und dann würde er wenigstens hundert tausend Livres für Repräsentation und Tafel verbrau- chen...«
.»Denkt Ihr etwa, der König handle mit Euch?« entgegnete Colbert.
»Ei! mein Herr, Jhr habt mich nicht Verstanden,«« erwiederte d’Artagnan, der nun sicher, daß er die Frage des Interesse durchgesetzt;»ich sagte, ich, ein alter Ka- pitän, einst Chef der Garde des Königs, ich, der ich den Vortritt vor den Marschällesi von Frankreich habe, könnte mich eines Tages gleich gestellt zu dreLt mit deni Kapitän der Garben und dem Obersten Commandanten der Schweizer sehen. Das würde ich aber uin keinen Preis dulden. Jch habe meine alten Gewohnheiten und halte darauf.«-
Colbert fühlte den Streich. Er war vorbereitet.
»Ich habe an das, was Jhr mir so eben gesagt- gedacht,«« erwiederte er-
»An wa6?««
»Wir sprachen vorhin von Kanälen nnd Sümpsen, in denen man ertrinke.««
»Nun?«
»Nun! wenn man ertrinkt, so geschieht es in Er- mangelung eines Stabes, eines Brettes, eines Stockes.««
»Eines Stabes, so kurz er sein mag,«« sagte d’Ar- tagnan.
»Ganz richtig,«' sprach Colbert,»ich kenne auch kein Beispiel, daß ein Marschall von Frankreich er- trunken ist.«
D’Artagnan erbleichte vor Freude; mit unsicherer Stimme sagte er:
»Man wäre sehr stolz auf mich in meiner Heimath, wenn ich Marschall von Frankreich würde; aber umsden Stab zu erlangen, muß man das Obercommando bei einer Expedition gehabt haben.«
»Mein Herr,«« sprach Colbert,»in diesem Schreib-
buch, das Ihr studiren werdet, ist ein Feldzugsplanz s


