Teil eines Werkes 
37.-41. Bändchen (1850)
Entstehung
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alles Unrecht gehabt: eiti Mann von Eureni Alter muß eine Frau von dem ihrigen nicht allein lassen.««

»Dann ist keine Treue mel)r auf der Welt«

»Nein, Vicoiute,« erwiederte Montalais ruhig. »Doch ich muß Euch sagen, daß, wenn Ihr, statt Louife kalt und philosophisch zu lieben, sie zur Liebe erweckt hättet...«

»Genug, ich bitte Euch, mein Fräulein; ich fühle daß Jhr Alle aus einein andern Jahrhundert seid, als ich. Jhr wißt zu lachetc und spottet und fcherzt auge- nehni. Jch- ich liebte, Fräulein.. ·« Raoul konnte ihren Namen nicht aussprechen.»Ich liebte sie... ich glaubte an sie, heute ist es mit meiner Liebe vor- bei.««

»Oh! Vicomtel«« tief Montalais auf einen Spie- gel deutend.

»Ich weiß, was Jhr sagen wollt; ich habe mich sehr verändert, nicht wahr? wohl denn, wißt Ihr, aus welcheni Grunde? Mein Gesicht ist der Spiegel mei- nes Herzens: das Jnnere hat sich verändert, wie das Aeußere.

»Ihr seid getrostet?« versetzte Montalais mit schar- fem Tone.

»Nein, ich werde mich nie trösten«

»Man wird Euch nicht begreifen, Herr von Bra- geloiine.««

,,Darum kümmere ich mich wenig; ich begreife mich nur zu wohl.«

»Ihr habt es nicht einmal versucht, mit Louise zu sprechen?««

»Jch!« rief der junge Maiin mit funkelnden Augen,-

»«,,tvarum rathet Ihr mir nicht gar, sie zu heirathen?

Der König würde heute vielleicht seine Eiuwilligung dazu geben.««

Und er erhob sich Voll Zorn.

»Ich sehe-« sagte Montalais,»Ihr feid nicht ge- heilt, und Lonise hat einen Feind uiehr.«