H«
(-6v I·-so III
O
w
sk- ts-
Ic n usw«
21
»Raouli«
»Fräulein von Montalais,« sagte Raoul, bleicher als der Tod. Er siand auf und wollte über das schlüpf- rige Mosaik hinlaufen, aber sie hatte diesen wilden, grausamen Schmerz begriffen, sie fühlte, daß in der Flucht von Raoul eine Anklage oder wenigstens ein Verdacht gege11 sie lag. Eirte immer wachsame FraIc, glaubte sie die Gelegenheit zu einer Rechtfertigung nicht vorübergehen lassen zu diirfe11; doch mitten in der Gallerie durch sie zurückgehalten, schien sich Raoul nicht ohiie Kampf ergeben zu wollen.
Er begegnete ihr mit einem so kalten und verle- genen Ton, daß wenn die Eine oder der Andere so er- tappt worden wäre, der ganze Hof keinen Zweifel mehr über den Schritt Von Fräulein Montalaig gehabt hätte-
»Al)l mein Herr,-« sagte sie mitVerachtnng,»was Ihr thut, ist eines Edelmanns nicht würdig. Mein Herz zieht mich hin, mit Euch zu spreche-t, Jhr verletzt mich durch einen beinahe unhöfliehen Empfang. Ihr habt Unrecht, und Ihr vermengt Erire Feinde mit Euern Freunden. Gott befohlen t«-
Raoul hatte sich geschworen- nie von Louise zu sprechen, nie diejenigen anzuschauen, welche Lonise hät- ten sehen können; er ging in eine andere Welt, um dort nichts zu treffen, was Louise gesehen, nichts, was sie berührt. Aber nach dem ersten Aufall seines Stol- zes, nachdem er Montalaig, diese Gefährtin voii Louise, erblickt, die ihn an das Thürmchen von Bloie und die Freuden seiner Jugend erinnerte, da verschwand seine ganze Vernunft und er erwiederte:
»Verzeiht, mein Fräulein, es kann mir nicht ein- sallen, unhöflich zu sein.«
»Ihr wollt mit mir sprechen?,« versetzte sie mit dem Lächeln von einst.»Wohl! so kommt andere-wohin- hier könnten ivir überrascht werden.«
»Wohin?« fragte er.


