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das nur daran gewöhnt war, geſchlagen zu werden, wußte nicht, was das bedeuten ſollte, und war darüber ganz beſchämt.
Zuweilen wurde Coſette ernſt und betrachtete ihr ſchwarzes Kleid. Sie war nicht mehr in Lumpen gekleidet, ſondern in Trauer. Sie trat aus dem Elend aus und in das Leben ein.
Jean Valjean hatte angefangen ſie leſen zu lehren. Zuweilen, wenn er das Kind buchſtabiren ließ, dachte er daran, daß er in dem Bagno in der Abſicht leſen gelernt hatte, Böſes zu thun. Dieſer Gedanke führte ihn dahin, ein Kind im Leſen zu unterrichten. Da lächelte der alte Galeerenſträfling mit dem gedankenvollen Lächeln der Engel. Er erkannte darin eine Vorausbeſtimmung von oben, den Willen eines Weſens, das nicht der Menſch iſt, und verlor ſich in Träumereien. Die guten Gedanken haben ihre Abgründe, wie die ſchlechten.
Coſette leſen zu lehren und ſie ſpielen zu laſſen, darin beſtand beinahe das ganze Leben Jean Valjean's. Dann ſprach er mit ihr von ihrer Mutter und ließ ſie beten.
Sie nannte ihn Vater uud wußte keinen andern Namen für ihn.
Er brachte ſtundenlang damit zu, ſie ihre Puppe an⸗ und auskleiden zu ſehen und ſie ſchwatzen zu hören. Das Leben ſchien ihm jetzt voll Intereſſe zu ſein. Die Menſchen kamen ihm gut und gerecht vor, und er machte in ſeinen Gedanken Niemand mehr einen Vorwurf und ſah durchaus keinen Grund, weshalb er nicht ſehr alt werden ſollte, jetzt, da das Kind ihn liebte. Er erblickte eine große Zukunft vor ſich, beleuchtet durch Coſette wie durch ein himmliſches Licht. Die Beſten ſind nicht frei von egoiſtiſchen Gedanken. Zuweilen dachte er mit einer Art von Freude daran, daß ſie häßlich werden würde.
Es iſt nur eine perſönliche Anſicht von uns, aber wir


