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Er befand ſich hier in einer Sicherheit, welche vollkommen zu
ſein ſchien.
Die Stube mit dem Kabinet, welche er mit Coſette be⸗ wohnte, war jenes, deſſen Fenſter auf den Boulevard hinaus⸗ ging. Da dieſes Fenſter das einzige des Hauſes war, hatte man keinen Blick eines Nachbars zu fürchten, und ebenſo wenig vom Gegenüber der Straße.
Das Erdgeſchoß von Nr. 50— 52 diente als Remiſe für Gemüſegärtner und ſtand in keiner Verbindung mit dem erſten Stockwerke. Es wurde von demſelben durch den Fuß⸗ boden getrennt, der weder Oeffnungen noch Treppe hatte. Das erſte Stockwerk enthielt, wie wir erwähnten, mehrere Zimmer und einige Bodenkammern, von denen nur eine durch eine alte Frau bewohnt wurde, welche die Wirthſchaft Jean Valjean's beſorgte. Alle übrigen Räume waren un⸗ bewohnt.
Dieſe alte Frau, welche den Namen der Hauptmietherin führte, in der That aber mit den Functionen der Thür⸗ hüterin beauftragt war, hatte ihm dieſe Wohnung am Weih⸗ nachtstage vermiethet. Er hatte ſich gegen ſie für einen Rentier ausgegeben, der durch die ſpaniſchen Bons zu Grunde gerichtet war und hier mit ſeiner Enkelin wohnen wollte. Er hatte ſechs Monate vorausbezahlt und die Alte beauftragt, das Zimmer und das Kabinet ſo zu möbliren, wie man es geſehen hat. Dieſe Frau hatte am Abend ſeiner Rückkehr das Feuer angezündet und Alles zu ſeiner Ankunft vorbereitet.
Wochen vergingen; die beiden Weſen führten in dieſer elenden Wohnung ein glückliches Leben.
Von der Morgenröthe an lachte, plauderte, ſang Coſette. Die Kinder haben ebenſo wie die Vögel ihren Morgen⸗ geſang.
Zuweilen ergriff Jean Valjean ihre kleine rothe, vom Froſt aufgeſprungene Hand und küßte ſie. Das arme Kind


