Teil eines Werkes 
2. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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II. Neſt für Eule und Grasmücke.

Vor dieſer Barrière Gorbeau blieb Jean Valjean ſte⸗ hen. Gleich den Nachtvögeln hatte er dieſen Ort gewählt, um hier ſein Neſt zu bauen..

Er griff in ſeine Taſche, zog eine Art von Hausſchlüſſel hervor, öffnete die Thür, trat ein, ſchloß ſie hinter ſich ſorg⸗ fältig wieder zu und ſtieg die Treppe hinauf, noch immer Co⸗ ſette tragend.

Oben angelangt, zog er einen andern Schlüſſel aus der Taſche und öffnete mit demſelben eine andere Thür. Dies Gemach, in welches er eintrat, und hinter ſich ſogleich wieder verſchloß, war eine Art von Dach kammer, ziemlich ärmlich möblirt, mit einer am Boden liegen⸗ den Matratze, einen Tiſch und einigen Stühlen. Ein Ofen, in dem das Feuer brannie, ſtand in einer Ecke. Die Straßenlaternen des Boulevard beleuchteten ſpärlich das ärmliche Innere. Im Huntergrunde befand ſich ein Ver⸗ ſchlag mit einem Gurtenbett. Jean Valjean trug das Kind nach dieſem Bette und legte es darauf nieder, ohne daß es erwachte.

Er ſchlug Feuer und zündete ein Licht an. Alles war dazu auf dem Tiſch bereit geſtellt, und wie er es am Abend zuvor gethan, ſo betrachtete er Coſetten jetzt mit einem Blick vell Theilnahme, in welchem ſich Güte und Nührung zugleich ausſprachen. Das kleine Mädchen mit dem ruhigen Vertrauen,

welches nur der größten Kraft oder der äußerſten Schwäche

eigenthümlich iſt, war eingeſchlafen, ohne zu wiſſen, bei wem Die Elenden. III. 13