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hier ergriffen fühlte, empfand man, daß man zwiſchen der Salpetriere war, deren Kuppel man auf der einen Seite erblickte, und Bicötre, deſſen Barrisre man auf der andern Seite berührte, das heißt, zwiſchen dem Wahnſinne des Weibes und vem Wahnſinne des Mannes. So weit das Auge reichte, bemerkte man nichts als Schlachthöfe, die Um⸗ hegungsmauer der Stadt und einige Fronten von Fabriken, die Kaſernen oder Klöſtern glichen. Ueberall Baracken, alte Mauern, ſchwarz wie Grabdecken, oder neue, weiß wie Leichentücher. Kein Wechſel des Terrains, keine freundliche Laune der Architectur, keine Falte in dem allen. Alles ge⸗ rade nach der Schnur gezogen, kalt, regelmäßig, abſchreckend. Nichts bedrückt ſo das Herz wie die Shmetrie, denn dieſe iſt die Langeweile, und die Langeweile iſt die Grundlage der Trauer. Die Verzweiflung gähnt. Wenn man etwas Furchtbareres träumen kann, als eine Hölle, in der man leidet, ſo iſt es eine Hölle, in der man ſich langweilt. Wenn dieſe Hölle wirklich exiſtirte, ſo müßte das beſchriebene Stück des Boulevard de l'Hopital der Weg zu derſelben ſein.
Abends, bei Einbrechen der Nacht, wenn die Dunkelheit Alles einhüllte, mußten die ſchwarzen Linien in dem Vor⸗ übergehenden die Erinnerung an die zahlloſen Traditionen des Ortes erwecken. Die Einſamkeit dieſer Gegend, in welcher ſo viele Verbrechen begangen worden waren, hatte etwas Abſchreckendes. Man glaubte in der Finſterniß irgend einen Hinterhalt zu ahnen. Am Tage war es häßlich, am Abend traurig, in der Nacht entſetzlich.


