Teil eines Werkes 
2. Abt., 1. Bd. (1863)
Entstehung
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und Thénardier ſah die Brieftaſche, mit den Bankbillets wieder erſcheinen.

Der Schenkwirth zitterte vor Vergnügen.

„Gut!“ dachte er. Nur feſtgehalten. Er wird mich beſtechen wollen!“

Ehe der Reiſende die Brieftaſche öffnete, ließ er einen Blick umherſchweifen. Der Ort war durchaus öde. Es gab keine Seele in dem Wald, noch in dem Thale. Der Menſch öffnete die Brieftaſche und zog daraus nicht die Hand voll Banknoten hervor, die Thénardier erwartete, ſondern ein einfaches kleines Papier, das er auseinander faltete und offen dem Gaſtwirth hinhielt, indem er ſagte:

„Sie haben Recht. Leſen Sie.“

Thoenardier nahm das Papier und las.

„M. am M. den 25. März 1823.

Herrn Thenardier.

Sie werden Coſette dem Vorzeiger übergeben.— Man wird Ihnen alle Ihre kleinen Auslagen bezahlen.

Ich habe die Ehre, Sie achtungsvoll zu grüßen

Fantine.“

„Sie kennen dieſe Unterſchrift?“ ſagte der Mann.

Es war wirklich die Unterſchrift Fantinens. Thénardier erkannte ſie.

Darauf ließ ſich nichts erwidern. Er fühlte einen doppelten heftigen Unwillen, den, auf die gehoffte Beſtechung verzichten zu müſſen, und den, geſchlagen zu ſein.

Der Mann fügte hinzu:

„Sie können dies Papier zu Ihrer Rechtfertigung be⸗ halten.“

Thénardier zog ſich in guter Ordnung zurück.

„Die Unterſchrift iſt recht gut nachgemacht,“ brummte

er zwiſchen den Zähnen. Indeſſen es mag ſein.“

Er wagte noch eine verzweifelte Anſtrengung. „Mein Herr,“ ſagte er,„es iſt gut. Sie ſind die 12*